Das Thüringer Schiedsrichtergespann Hempel/Tralles pfeift kommende Saison in der 3. Liga. Hierzu wurde es von Thomas Löffler, Referent für Organisationsentwicklung im THV, interviewt.

Thomas Löffler: Hallo ihr zwei. Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die 3. Liga! Wie seid ihr denn eigentlich zur Pfeife gekommen?

Toni Hempel: Durch unsere damalige Schiedsrichterwartin im Verein Ingrid Schieferdecker wurden einige Jugendspieler für die Pfeife animiert, ich habe mit meinem damaligen Torhüterpartner angefangen zu pfeifen, das war in der Saison 2011/2012.  

Tizian Tralles: Ich wurde durch unseren Abteilungsleiter mit anderen aus meinem Jahrgang animiert. Ich sah es genauso wie Toni als gute Möglichkeit, als Schüler etwas dazu zu verdienen und parallel den Verein zu unterstützen. Ich habe 2014 mit dem Pfeifen angefangen.

Beide: Zueinander wurden wir dann durch Ingrid Schieferdecker gebracht, da unsere Gespannspartner ausbildungsbedingt nicht der Schiedsrichterei nachgehen konnten, sodass Ingrid zu uns meinte, dass wir es doch zusammen versuchen sollten, das war in der Saison 2014/2015. Es hat auf Anhieb gut funktioniert, da wir uns auch schon aus den Mannschaften und aus dem Freundeskreis persönlich kannten.

Thomas Löffler: Welche Entwicklungsschritte habt ihr bisher gemacht und welche Unterstützung habt ihr dabei erfahren?

Beide: Die ersten Entwicklungsschritte begannen mit Ingrid zusammen, die uns das Handball 1x1 als Schiedsrichterin in der Saison 2014/2015 an die Hand gegeben hat. Nach der ersten halben Saison zusammen, in der wir hauptsächlich Jugendspiele leiteten, wurden wir in der Saison 2015/2016 dann als Schiedsrichter in den HFA Ost zu Lutz Pfefferkorn aufgenommen und begannen unsere ersten Spiele im Männerbereich zu leiten. Nachdem Ingrid mit uns den Grundstein gelegt hat, wurden wir eine Saison lang von Lutz Pfefferkorn und Johannes Rudolph (damals Schiedsrichter JBLH) unterstützt, gefördert und weitergebildet. In der Saison 2016/2017 wurden wir zum Lehrgang des Thüringer Schiedsrichter-Leistungskader eingeladen und leiteten die ersten Landesliga und Thüringenligaspiele. Nach 6 Thüringenligaspielen erhielten wir im Frühjahr 2017 die Nachricht, dass wir zur DHB-Perspektivkadersichtung zum Internationalen Biberacher Oster-Turnier (IBOT) eingeladen wurden, wo wir durch bekannte Namen des DHB-Schiedsrichterwesens wie Nils Szuka, Tanja Schilha oder Thorsten Zacharias gecoacht und beobachtet wurden. Ab da begann unser Weg im DHB-Perspektivkader, mit zahlreichen Lehrveranstaltungen, Tipps und Tricks durch Kontakt mit anderen Bundesländern und teilweise auch Bundesliga-Schiedsrichtern. Zeitgleich sind wir in die Mitteldeutsche Oberliga aufgestiegen. Es entstand reger Kontakt zu Thomas König (ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter), welcher uns teilweise zu Spielen begleitete und uns vor allem Hilfe in der Persönlichkeit gab. Außerdem wurden wir durch Friedel/Herrmann über die drei Jahre im DHB-Perspektivkader sehr unterstützt. Und nun heißt auf einmal Willkommen in Liga 3 des DHB für uns, hätte uns das einer 2015 gesagt, hätten wir es nie im Leben geglaubt. Auch aus dem Bereich des Mitteldeutschen Handballverbandes wurden wir durch zahlreiche Personen unterstützt und gefördert.

Thomas Löffler: Was fasziniert euch denn besonders an der Funktion als Schiedsrichter?

Beide: In erster Linie kann man es gar nicht so genau in Worte fassen, was einem am Schiedsrichterdasein so fasziniert. Man lernt während der gesamten Zeit so viele verschiedene Persönlichkeiten kennen, man hat zu jedem Spiel eine neue Herausforderung die man gemeinsam und mit allen Beteiligten meistern muss. Ebenso kommt man auch viel in der gesamten Bundesrepublik herum. Uns macht es einfach Spaß, und es reizt uns einfach jedes Mal, etwas Neues ein Stück weit zu erleben.

Thomas Löffler: Inwiefern hat sich durch dieses wichtige ehrenamtliche Engagement eure Persönlichkeit weiterentwickelt?

Tizian Tralles: Ich war zu Beginn von uns beiden immer der „Rabauke“ im Gespann, über die Jahre bin ich aber viel ruhiger und besonnener geworden. Dies liegt vor allem auch an häufig schwierigen und stressigen Situationen im Spiel und an der ausgeglichenen Persönlichkeit, welche Toni aufweist. Wir sind auch über die Jahre merklich kommunikativer geworden.

Toni Hempel: Das Pfeifen hat mir und uns auch Selbstbewusstsein mitgegeben und vermittelt. Durch die vielen verschiedenen Persönlichkeiten und Charaktere im Laufe der Zeit lernt man nicht nur auf und neben dem Spielfeld, sondern auch im privaten Umfeld den zwischenmenschlichen Umgang mit den verschiedensten Menschen, was für uns beide beruflich auch von Vorteil ist.

Thomas Löffler: Welche Ziele habt ihr euch noch als Schiedsrichter gesteckt? 

Beide: Wir glauben, dass der größte Schritt für uns erstmal der „Klassenerhalt“ in der 3. Liga sein wird. Wir widmen uns auch der Nachwuchsgewinnung in unserem Heimatverein und unterstützen dort so gut wir können. Wir wollen so viel wie möglich an Erfahrung noch mitnehmen, und dann können wir nur schauen, was unsere weitere Entwicklung mit sich bringt und welche Möglichkeiten sich dadurch für uns eröffnen. Wir wollen uns als Schiedsrichtergespann über diesen Weg bei allen Weggefährten und Unterstützern herzlichst bedanken!

Thomas Löffler: Toni, du hast dich u.a. neben den MHV-Schiedsrichtern Johannes Rudolph und Max Nottrodt dazu entschieden, künftig im THV-Jugendausschuss mitzuwirken. Welche Akzente möchtest du da künftig gerne setzen, auch in Hinblick auf die Gewinnung von jungen Schiedsrichtern im Thüringer Handball?

Toni Hempel: Zunächst freue ich mich über die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern im Jugendausschuss. Wir als Jugendausschuss wollen den Thüringer Handball wieder attraktiver gestalten und vor allem auch Kinder und Jugendliche vom Handballsport überzeugen und als Mitglieder gewinnen. Auf das Schiedsrichterwesen in Thüringen bezogen, ist es wichtig neue junge Schiedsrichter und Gespanne zu akquirieren und so gut wie möglich zu fördern, zu unterstützen und zu erhalten.  

Thomas Löffler: Was kannst du den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Thüringer Handball mitgeben, warum es sich lohnt, sich neben dem Handballspielen auch ehrenamtlich im Verein zu engagieren?

Toni Hempel: Ich widme meine Freizeit dem Handball, seitdem ich mit 10 Jahren angefangen habe. Ich habe so viele Trainer kennengelernt und so viel gelehrt bekommen, dass ich es für notwendig und selbstverständlich sehe, nun etwas zurückgeben zu wollen. Es ist wichtig, dass auch andere Jugendliche und junge Erwachsene so denken oder zu einem solchen Denken animiert werden, um die erfahrenen Handballgenerationen vor uns zu entlasten und teilweise auch frischen Wind einzubringen, was wir mit dem THV-Jugendausschuss erreichen wollen. Durch die Unterstützung der regionalen Handballvereine in Thüringen durch Nachwuchs in allen Positionen wollen wir als THV-Jugendausschuss außerdem den Weg für eine aussichtsreiche Zukunft des Thüringer Handballs ebnen. Nicht nur die einzelnen Vereine, sondern der gesamte Thüringer Handball profitiert von jungem engagiertem Nachwuchs!

Thomas Löffler: Herzlichen Dank, dass ihr euch beide Zeit für ein Interview genommen habt und weiterhin viel Erfolg!

Bild: Deutscher Handballbund

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