Kurz vor Beginn des letzten Heimspiels des ThSV Eisenach in dieser Saison fand die Ehrung des Staffelsieges des ThSV Eisenach in der 3.Liga statt. Im Auftrag des Deutschen Handballbundes (DHB) übernahm dies THV-Präsidentin Katrin Kunz. In seinem letzten Heimspiel gegen die 2. Mannschaft der HSG Wetzlar musste der ThSV Eisenach seine erste Heimspiel-Niederlage dieser Saison (27:30) hinnehmen. 

Ein Mutmacher war das jedenfalls nicht

ThSV Eisenach kassiert im letzten Liga-Heimspiel eine unerwartete 27:30 (14:13) -Niederlage gegen die HSG Wetzlar II/ Ein starker Alexander Saul (9 Treffer) war zu wenig

Im letzten Liga-Heimspiel der Saison 2018/2019 kassierte der ThSV Eisenach seine erste Saison-Heimniederlage. Die Wartburgstädter mussten der HSG Wetzlar II vor erneut nahezu 1.700 Zuschauern beim 27:30 (14:13) unerwartet beide Zähler überlassen. Nach zwanzig Spielminuten schien die Partie ihren erwarteten Verlauf zu nehmen, Der frühzeitig im Rückraum eingewechselte Andre Obranovic hatte per Doppelschlag auf 12:6 eingenetzt. Die restlichen 40 Minuten gingen aber mit 24:15 an die für Einladungen der Hausherren dankbaren  Gäste, die nach dem Abpfiff völlig losgelöst auf dem Parkett der Werner-Aßmann-Halle tanzten. Auf dem Weg zu den Fahrzeugen wurden ihnen vom ThSV-Grillstand noch leckere Thüringer Bratwürste gereicht. Der 90-Minuten-Trip hat sich für die jungen Handballer aus Dutenhofen, Münchholzhausen und Wetzlar gelohnt. Sie nahmen zudem beste Grüße an den Vater der Erfolge ihres Vereins, des auch in Eisenach hochgeschätzten Rainer Dotzauer, mit.

Eisenachs Trainer sah sich bestätigt

„Ein enttäuschender Auftritt, das hatte ich anders erwartet. Besonders die zweite Halbzeit muss kritisch betrachtet werden. Hoffentlich war es ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit“, sinnierte Rene Witte, der Manager des ThSV Eisenach, mit Blick auf die bevorstehenden Relegationsspiele gegen die HSG Konstanz (11./18.05.2019). Zuvor steht noch das letzte Ligaspiel bei der SG Leutershausen an (04.05.2019). Eisenachs erfahrener Trainer Sead Hasanefendic sah sich nach den 60 Minuten bestätigt: „Wir sind nicht so stabil, wie viele meinen. Jeder muss stets sein volles Leistungsvermögen abrufen, mit 100 Prozent Engagement und Konzentration dabei sein.“ Nicht zum ersten Mal wurde ersichtlich, der zweite Anzug passt nicht. Von der Wechselbank kommen nicht die erhofften Umpulse. Ein starker rechter Rückraumspieler Alexander Saul (9 Treffer aus 12 Würfen) und ein gewohnt guter Linksaußen Adrian Wöhler, einen Tag nach seinem 32. Geburtstag (7 Versuche – 6 Treffer) war gegen die Erstbundesliga-Reserve zu wenig. Justin Mürköster erwischte beim Torwurf vom Kreis einen rabenschwarzen Tag. In der Statistik lesen sich 16 vom Torhüterduo Blaz Voncina und Stanislaw Gorobtschuk abgewehrte Bälle ganz gut, doch auch das reichte nicht. Die in der Werner-Aßmann-Halle weilenden „Späher“ der HSG Konstanz sahen zumindest das wahre Gesicht des ThSV Eisenach nicht.

Komfortables Polster schnell aus der Hand gegeben

Spukte die anstehende Aufstiegsrelegation gegen die HSG Konstanz zu sehr in den Köpfen der Spieler herum? Vor dem Anpfiff wurde der ThSV Eisenach durch Kathrin Kunz, Präsidentin des Thüringer Handballverbandes, im Auftrag des DHB als Staffel-Meister geehrt. Nach einer Gedenkminute für dem im Alter von 44 Jahren verstorbenen einstigen Eisenacher Erstbundesliga-Spieler Sergej Pogorelov und einer kurzen Anlaufphase  spielten die Gastgeber dann auch meisterlich auf, lagen beim 12:6 mit 6 Treffern vorn (20.). „Wir spielt schnell nach vorn und schlossen konsequent ab“, befand ThSV-Kapitän Marcel Schliedermann. „Eigentlich hätten wir bis zur Pause schon eine Vorentscheidung herbeiführen müssen, doch wir verließen unsere Linie, schlossen nicht mehr über die zweite Welle ab, verzichteten auf die schnelle Mitte. Es schlichen sich immer mehr Fehler ein, die eigentlich nicht passieren dürfen“, fügte der Rückraumspieler, der im Sommer zum TV Emsdetten wechselt,  hinzu. Statt einer satten Führung ging es mit einem knappen 14:13 in die Halbzeitpause. Die Gäste, die auf der Trainerposition und im Kader improvisieren mussten, ohne Illusionen angereist waren, wurden immer kecker, forcierten das Tempo. „Der Spielausgang war plötzlich offen, unsere Abwehr stabilisierte sich, wir teilten die Kräfte mit unserem kleinen Kader gut ein“, freute sich Kai Nober, der den mit der U 19 der HSG Wetzlar im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft in Hannover stehenden Thomas Weber als Trainer vertrat. Aus diesem Grund war auch Top-Torjäger Ian Weber nicht dabei. Aber Erstliga-Anschlusskader Hendrik Schreiber war dabei und sorgte aus dem Rückraum für Torgefahr.

Hessen nutzen beherzt die Gunst der Stunde

Beim 15:14 durch Adrian Wöhler auf Zuspiel von Daniel Luther (33.) lagen die Gastgeber letztmalig in Führung. „Uns unterliefen zu viele technische Fehler“, bekannte Marcel Schliedermann. In der Statistik von Mannschaftsleiter Ronny Oelschläger fanden sich derer 11. „Unsere Wurfquote sank im zweiten Abschnitt deutlich“, so Marcel Schliedermann.  Hatte sicherlich auch damit zu tun, dass Keeper Kai Faber im Gästegehäuse nun ein Faktor wurde. Beim 21:21 (48.),  durch einen von Alexander Saul verwandelten Siebenmeter, leuchtete letztmalig ein Gleichstand auf der Anzeigetafel. Es knirschte und knirschte im ThSV-Getriebe, die Gäste dankten für Fehler der Hausherren mit Treffern zum 21:24 (Gümbel, 50.). „Wir öffneten unsere Abwehr, um zu Ballgewinnen zu kommen. Die Kompaktheit litt darunter“, analysierte Marcel Schliedermann. Eisenachs Yoav Lumbroso, der im Angriff nur in wenigen Szenen sein Potential andeutete, nahm Wetzlars Spielgestalter Lukas Gümbel „in persönliche Obhut“. Die Gäste ließen sich die greifbare faustdicke Überraschung jedoch nicht entgleiten. Das 24:26 (Saul, 55.) beantworte Matthias Schwalbe postwendend mit dem 24:27, dem 26:28 (Obranovic, 58.) ließ  Timo Ludwig das 26:29 folgen (58.). Als Fabian Kraft für die Gäste zum 27:30 einnetzte (59.), war Eisenachs Heimniederlage perfekt. Ein völlig ungewohntes Gefühl für Eisenachs Anhängerschaft. Etliche verließen vorzeitig die Halle. Dem Letzten dürfte nun klar sein, wie schwer die Aufstiegsspiele werden!

Statistik

ThSV Eisenach: Voncina, Gorobtschuk, Kremmer;Iffert (1), Bogatzki, Wöhler (6), Luther (2/1), Miljak, Schliedermann (2), Richarct, A. Alaj, Mürköster (1), Obranovic (4), Lumbroso (2), Weyhrauch, Saul (9/1)

HSG Wetzlar II: Cvetkovski, Kaiser; Wallwary (1), Gümbel (3), Lux (1), Schreiber (5), Schwalbe (3), T. Weber, Kraft (5), Okpara (1), Rüdiger (3), Ludwig (5/4), Weinandt (3)

Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 3 x 2 Min. – HSG Wetzlar II 3 x 2 Min.

Siebenmeter: ThSV Eisenach 2/2 – HSG Wetzlar II 4/3

Schiedsrichter: Hillebrand/Umbescheidt

Zuschauer: 1.688

 

Bericht: Thomas Levknecht

Foto: sportfotoseisenach

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