Tim Strzala, THV-Auswahlspieler und B-Jugendspieler des HSV Apolda, absolviert zurzeit in der THV-Geschäftsstelle sein 14-tägiges Betriebspraktikum und interviewte im Rahmen dessen gestern THV-Verbandstrainer Christian Roch über seine Zeit vor der Arbeit beim THV sowie über den Entwicklungsprozess des THV. 

Tim Strzala: Hallo Herr Roch, schön, dass Sie sich für ein kurzes Interview Zeit genommen haben. Wie sind Sie eigentlich zum Handball gekommen?

Christian Roch: Ich habe in meiner Grundschulzeit viele Sportarten ausprobiert. Erst Basketball, dann Fußball, später Leichtathletik. Ich habe sogar an einer Schul-AG Ringen teilgenommen und war Bezirksmeister der 10-jährigen Jungs. Mit 11 Jahren bin ich dann über einen Schulfreund zum Handball gekommen. Zunächst bei der BSG Umformtechnik Erfurt, später habe ich dann im Trainingszentrum von Mikroelektronik Erfurt unter Frank Schmelzer trainiert. Dort war ich im C-Jugendteam, das 1991 letzter DDR-Meister geworden war. Gegen den Westdeutschen Meister, die TSG Haßloch, haben wir dann aber im Finale um die 1. Gesamtdeutsche Meisterschaft leider verloren. 

Tim Strzala: Wie lange haben Sie aktiv Handball gespielt?

Christian Roch: Ich habe meine letzten Spiele beim ThSV Eisenach in der Saison 2011/2012 absolviert. Davor hatte ich 2007 meine aktive Laufbahn eigentlich schon beim HSC Erfurt beendet und war dann nur noch als Trainer in der SG Erfurt/Bad Langensalza und beim TSV Motor Gispersleben tätig.

Tim Strzala: Wie sind Sie zum THV gekommen und seit wann arbeiten Sie hier? 

Christian Roch: Als Claudia Stehr im Frühjahr 2017 aus privaten Gründen ihren Abschied zum 31. Juli verkündete, war ich bereits seit 2016 als Präsidiumsmitglied des THV für den Leistungssport verantwortlich. Ich wurde dann gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ab dem 1. August 2017 auch hauptamtlich für den THV tätig zu werden. Ich habe das dann nach kurzer Bedenkzeit zugesagt und habe diesen Schritt nie bereut. Ich bin heute als Verbandstrainer für den männlichen Bereich verantwortlich und kümmere mich zudem gemeinsam mit Thomas Löffler um verschiedene Projekte im THV. Wolfgang Mosebach fungiert wieder als THV-Landestrainer.

Tim Strzala: Was haben Sie beruflich gemacht, bevor Sie beim THV tätig geworden sind?

Christian Roch: Ich war zuvor seit 2009 beim ThSV Eisenach als hauptamtlicher Jugendkoordinator und Nachwuchstrainer angestellt. Zu meinen  Aufgabengebieten zählten dort neben dem Training am Nachmittag (A-/B-/C-Jugend) beispielsweise die Kooperation mit den Schulen (Vormittagstraining, AGs), die Betreung von FSJ’lern, die Spieltagsplanung, das Passwesen und die Planung von Trainingszeiten und -inhalten. 

Tim Strzala: Inwiefern hat sich der THV aus Ihrer Sicht in letzter Zeit verändert? 

Christian Roch: Dieser Verband ist aktuell dabei, alles von rechts auf links oder umgekehrt zu drehen. Hier ist gerade alles in Veränderung und ich denke, dass merkt auch jeder Verein. Wir haben seit 2016 ein neues Präsidium und seitdem werden auch endlich wieder Themen angepackt, die zuvor aus meiner Sicht schlichtweg verschlafen wurden. Unser Verband war 2016 inhaltlich so gut wie tot. Im Lazarett lagen und liegen Patienten, wie Schiedsrichterwesen, Trainerausbildung, Mitgliederwesen, Nachwuchsleistungssport und allgemeine Jugendarbeit. Aktuell versuchen wir, an allen Fronten zu „heilen“, denn der Verband stand kurz vor dem Kollaps. Gerade auch das Zusammengehörigkeitsgefühl unserer Vereine, aber auch Dinge wie eine sportpolitische Einflussnahme im Sinne unserer Vereine müssen zudem gestärkt werden. Wir wollen als Verband endlich wieder Servicedienstleister sein und wir wissen, dass wir andererseits auch unseren Vereinen einiges abverlangen müssen, um uns als Verband wieder zukunftsfähig aufzustellen. Dabei machen wir natürlich auch Fehler, aber so ist das eben, wenn gearbeitet wird. Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich auch Späne.  Aber wir sind auch sehr glücklich und stolz darauf, wie unsere Vereine das annehmen und diesen teilweise steinigen Weg mit uns gehen. 

Tim Strzala: Welche Projekte hat der THV für die nächsten Jahre geplant?

Christian Roch: Unser zentrales Anliegen muss es sein, dass wir als Verband und vor allem unsere Vereine wieder mehr ehrenamtliches Engagement seiner Mitglieder erfahren. Das ist die Grundlage für die Entwicklung. Alles andere bedeutet Stillstand und Stillstand bedeutet perspektivisch eher Rückschritt, denn andere Landesverbände und Vereine entwickeln sich nun mal weiter. Über unser Projekt „Struktur- und Personalentwicklung“ wollen wir unseren Vereinen helfen, sich zukunftsfähig aufzustellen. Flankierend dazu arbeiten wir in fast allen Bereichen an (neuen) Projekten. Das sind u.a. Kinderhandball (Mini-WM bzw. Mini-EM, Kindertrainerausbildung), Mädchen- und Frauenhandball (aktuell sind nur ca. 30 Prozent unserer Mitglieder weiblichen Geschlechts), Beachhandball (Trendsportart zur Mitgliedergewinnung und -bindung), Nachwuchsleistungssport (wir wollen wieder konkurrenzfähig werden und Vorbilder schaffen) und Bundesligastandorte (wir brauchen Leuchttürme, um unsere Sportart zu stärken). Um all das angehen und umsetzen zu können, arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen, wie zum Beispiel der Ballschule Heidelberg sowie Universitäten und Hochschulen. Darüber hinaus sind wir auf der Suche nach Partnern und Förderern, die uns bzw. unsere Projekte finanziell unterstützen.

Tim Strzala: Was waren bisher Ihre größten Erfolge mit der männlichen Landesauswahl? 

Christian Roch: Erfolge mit Thüringer Auswahlmannschaften waren in den vergangenen 20 Jahren rar gesät. Wolfgang Mosebach konnte mit den Mädchen hin und wieder die Endrunde des Länderpokals erreichen und schon viele Mädchen in die Jugendnationalmannschaften hinein entwickeln. Im männlichen Bereich fehlen uns dafür die Voraussetzungen, denn weder verfügen wir über ein Leistungszentrum im Sinne einer Sportschule, noch haben wir aktuell Vereine, deren männliche Nachwuchsarbeit auf einem national vergleichbaren Niveau abläuft. Daran arbeiten wir beispielsweise in unseren Projekten „Nachwuchsleistungssport“ und „Bundesligastandorte“. Meine größten Erfolge auf Auswahlebene sind daher schnell benannt. Ein Punktgewinn beim Länderpokal mit dem Jahrgang 1998 und die Nominierung von Pascal Küstner für die Jugendnationalmannschaft. Mal sehen, vielleicht bist du ja der Nächste, der es schafft? 

Tim Strzala (lacht): Das wäre toll! Nochmals herzlichen Dank, dass Sie sich für das Interview Zeit genommen haben! 

 

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